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Marketing der Bundeswehr

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Der 1.Juli 2011 war ein historischer Tag, die Wehrpflicht wurde abgeschafft. Im Vergleich hielt Deutschland lange an dieser Praxis fest. Die USA haben bereits im Jahr 1973 die Wehrpflicht abgeschafft. Auch bei den meisten unserer Nachbarn gibt es keine Wehrpflicht mehr. Es gab verschiedene Argument gegen die Wehrpflicht. Die Kosten spielten dabei eine entscheidende Rolle. Karl Theodor zu Guttenberg war ab 2009 Verteidigungsminister. Er wollte die Kosten senken. Für ihn gab es auf lange Sicht keine andere Möglichkeit, als die Wehrpflicht abzuschaffen. Ein weiteres Argument gegen die Wehrpflicht war, dass die Soldaten immer spezieller ausgebildet werden müssen. Das in einigen Monaten zu erreichen ist nicht möglich. Für die Wehrpflicht sprach der Zivildienst. Viele hatten die Befürchtung, das wenn dieser wegfällt, einige Sozialberreiche zusammenbrechen. letztendlich hat sich Guttenberg und sein Argument der Kostenersparnis durchgesetzt.   

"Bei einer hochprofessionellen, bestens ausgerüsteten und flexiblen Einsatzarmee haben Sie kaum noch die Kapazitäten, Rekruten auszubilden." Karl Theodor zu Guttenberg in einem Spiegel Interview 2010 
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Ohne Wehrpflicht muss die Bundeswehr für sich werben. Wenn man an das Marketingkonzept der Bundeswehr denkt, fällt einem als erstes die Werbekampagne auf der Kölner „Gamescom“ ein. Mit Plakaten wie „Multiplayer at it´s best“ oder „Mehr open World geht nicht“ präsentierten sie sich auf der Gamescom. Dies sorgte für viel Kritik aus dem Internet. Stellt die Bundeswehr damit einen wirklichen Krieg mit einem Computerspiel gleich? Nachdem Motto „schießwütiger Killer“ gesucht? Die Bundeswehr äußerte sich dazu, damit das sie mit diesen Slogans lediglich zum nachdenken anregen wollte.  Das Internet ist gespalten, während die einen kritisieren, befürworten andere das Werbekonzept der Bundeswehr.Die Bundeswehr provoziert nicht zum ersten Mal mit ihren Werbekampagnen. 2015 sorgten sie schon für Diskussionsstoff mit ihrer Kampagne „Mach, was wirklich zählt“. Insgesamt wurden für die Kampagne von Dirk Feldhaus 10,6 Millionen Euro ausgegeben. 30.000 Plakate, 5 Millionen Postkarten und Riesenposter für 11 ausgewählte Städte wurden gedruckt.
Slogan wie „Grünzeug ist auch gesund für deine Karriere“ prägten diese Werbekampagne.Mit Sätzen wie „Wir schießen die Bösen einfach ab“ und „wir kämpfen auch dafür das du gegen uns sein kannst“ versuchen sie auch den Rest ihrer Zielgruppe abzuholen.Für die ganz junge Zielgruppe versuchte sich die Bundeswehr auch schon einmal an einem Reklamevideo auf der Online-Seite der „Bravo“, unter dem Namen „Berg oder Beach-Typ?“ beschrieben sie das kostenlose Abenteuercamp, welches die Bundeswehr bietet. Auch für dieses Video erntete die Bundeswehr eine Menge an Kritik und sogar eine Diskussion ob dieser Werbeclip gegen das Kinderschutzgesetz verstößt.

Marketingkonzept der Bundeswehr ist Provokation?
Neben all den provozierenden Slogan bedient sich die Bundeswehr trotz allem noch den alten Maßnahmen, bestehend aus Infoständen auf Messen, Besuchen der Bundeswehr in Schulen, Werbebriefe an angehende Schulabsolventen und Informationsbroschüren.
Die Slogan dienen  ja auch nicht der wirklichen Werbung für den Dienst beim Bund, sondern lediglich der Interesse. Ihr ziel ist es Interesse und Neugier zu erregen, damit sich Anwärter und interessierte, aber auch Kritiker mit dem Angebot der Bundeswehr beschäftigen.Für die wirkliche Werbung bietet die Bundeswehr mehr. YouTube Videos in denen sie ihr Angebot erklären, Beratungen bei der Bundeswehrberatungsstelle, Informationsbroschüren, ihre offizielle Internetseite und Besuche bei Messen und Schulen, bei denen man bei Interesse Fragen stellen kann und weitere Informationen rund um das Thema Bundeswehr erhalten kann.

Zielgruppe der Bundeswehr
Die Zielgruppe der Bundeswehr lässt sich auf eine Altersgruppe von 17-35 Jahren festsetzen. Sie wollen junge Leute dazu ermutigen sich bei ihnen zu verpflichten. Deshalb besuchen sie auch Schulen und sind meist auch mit einem Informationsstand auf Informationsmessen zum Thema „Was tun nach der Schule“ zu finden. Aber auch Studenten oder Studienabbrecher sind bei er Bundeswehr gern gesehen, wenn sie den Wunsch hegen dort ihre Karriere auszubauen. Auch mit einer abgeschlossenen Beruflichen Ausbildung kann man Stellen annehmen oder als Quereinsteiger anfangen. 
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Reporter: Guten Tag, erstmal vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben. Könnten Sie zuallererst mal zusammenfassen, wie ihre Position bei der Bundeswehr aussieht?
Bundeswehr:
Ich bin unter anderem in der Marketing-Abteilung der Bundeswehr tätig und kümmere mich da unter anderem um das Image in der Öffentlichkeit, insbesondere aber auch das der Bundeswehr als Arbeitgeber und helfe bei der Personalwerbung.
R: Sie kümmern sich also unter anderem um die Plakatwerbung die man ab und an beim Vorbeifahren auf der Straße sieht?
B: Nicht unbedingt speziell darum. Meine Aufgabe liegt eher im Online-Marketing. So kümmere ich mich beispielsweise um die Präsenz in sozialen Netzwerken.
R:Ach so! Mit welchen Konzepten gehen Sie, oder die Bundeswehr im Allgemeinen, denn dort vor?
B: Wir versuchen den Berufseinsteigern ein Bild davon zu vermitteln, wie die Ausbildung beziehungsweise die Arbeit bei uns aussieht. Häufig bekommen junge Menschen nach ihren Abschlüssen nur einen Bruchteil von Möglichkeiten aufgezählt. Uns ist es wichtig, dass wir ihnen ein großes Spektrum bieten und das Interesse qualitativer Leute wecken können.
R: Nun wurde die Wehrpflicht in Deutschland ja im Jahr 2011 abgeschafft. Inwiefern hat dies die Bundeswehr beziehungsweise ihre Arbeit dort verändert?
B: Erheblich! Früher war es so, dass viele Leute sich durch ihre Zeit bei uns ein Bild machen konnten, um danach selbst zu entscheiden, ob sie sich eine weitere Karriere in diese Richtung vorstellen können. Diesen Kontaktpunkt haben wir so heute nicht mehr. Heutzutage müssen wir andere Wege finden, den Berufseinsteigern zu zeigen, wie der Alltag bei uns aussieht.
R: Wodurch beispielsweise?
B: Zum Beispiel über unseren YouTube-Kanal „Bundeswehr Exclusive“. Dort versuchen wir ein möglichst weites Bild unserer Tätigkeit zu zeigen. Dabei zeigt eine Serie wie „Mali“, wie unsere Arbeit im Ausland aussieht, während man in der Serie „KSK“ beispielsweise die Tätigkeit von Spezialkräften beobachten kann.
R: Bringt es denn das versprochene Interesse mit sich?
B: Ja. Unser YouTube-Kanal steht aktuell glaube ich bei fast 400.000 Abonnenten. Gerade die Serie „Rekruten“ war ein großer Erfolg. Natürlich steckt aber auch immer ein großer Aufwand hinter so was, sowohl finanziell, als auch zeitlich.
R: Trotz oder gerade wegen dieses Erfolges finden sich aber auch immer wieder Kritiker, die Ihre Methoden, jüngere Menschen erreichen zu wollen nicht gutheißen. Viel diskutierte Beispiele sind hier ja gerade Plakate, die sich an die Gaming-Szene richten. Auch durch Stände auf Spielemessen wie der Gamescom fühlen sich immer wieder Zocker provoziert. Verstehen Sie diese Kritk?
B: Kritik nehmen wir natürlich immer ernst. Ich persönlich kann das nachvollziehen, sehe es aber eher so, dass wir Behörden dort auf eine Entwicklung reagieren, die wir beobachtet haben. Viele Fähigkeiten, die man zum Gaming braucht, wie Geschicklichkeit, IT-Affinität oder Reaktionsvermögen sind eben auch in vielen unserer Ausbildungsberufe gefragt. Viele wissen nicht, dass diese Talente ihnen auch beruflich nützen können. Durch die Präsenz von uns oder dem Verfassungsschutz versuchen wir den jungen Menschen dort diese berufliche Perspektive aufzuzeigen.
R: Ok, dann bedanke ich mich sehr für die Darlegung ihrer Sicht der Dinge. 
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Reporter: Warum hast du dich für die Bundeswehr entschieden?

Bundeswehr:
Ich wollte schon als kleines Kind Soldat werden. Wenn andere gesagt haben Polizist oder Astronaut, so war es bei mir Soldat. In meiner Familie waren alle Männer beim Militär und so habe ich das geradezu in die Wiege gelegt bekommen. Mit dem Bundeswehreintritt habe ich also meinen Kindheitstraum wahr gemacht! 

Reporter:
Was gefällt dir am meisten an der Bundeswehr?

Bundeswehr:
Am meisten gefällt mir die Kameradschaft und wie diese sich entwickelt. Am Anfang sieht man sich zum ersten Mal und denkt sich „mit dem/ihr würde ich draußen niemals befreundet sein“ und drei Monate später, nachdem man sich jeden Tag gesehen hat und das gleiche erlebt hat, ist man zu einer echten Einheit zusammengewachsen und versteht sich blind. 

Reporter:
Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Bundeswehr: 
Meine Zeit bei der Bundeswehr ist bald vorbei. Nachdem ich zwei Jahre gedient habe und meinen größten Wunsch in Erfüllung gebracht habe, werde ich beruflich im Zivilen weiter machen. 

Reporter:
Wie war das Bewerbungsverfahren?

Bundeswehr:
Das Bewerbungsverfahren sieht folgendermaßen aus: nachdem man sich bei seinem zuständigen Kreiswehrersatzamt meldet, welches in jeder Stadt vorhanden ist, wird man in das zugehörige Karrierecenter der Bundeswehr eingeladen. Dort durchläuft man ein zweitätiges Einstellungsverfahren. Zu absolvieren sind ein Computertest, ein Sporttest, ein Medizincheck und ein persönliches Gespräch mit einem Psychologen. Meistert man all die Sachen erfolgreich, steht einer Karriere bei der Bundeswehr nichts mehr im Weg! 

Reporter:
Was würdest du Menschen raten, die auch zur Bundeswehr wollen?

Bundeswehr:
Zu aller erst sollte man sich gründlich über den Arbeitgeber Bundeswehr informieren. Man sollte sich alle Möglichkeiten anschauen, die man dort hat und nicht einfach das Erstbeste wählen, weil es sich später als Enttäuschung herausstellen kann. Ein Gespräch mit einem aktiven oder ehemaligen Soldaten hilft dabei auch weiter. Außerdem sollte man sich vor Augen führen welchen Beruf man sich dabei ausgesucht hat, egal ob man ein Studium oder eine Ausbildung beim Bund anstrebt –zu aller erst ist man Soldat!   

Reporter:
Mit wie vielen Menschen arbeitest du zusammen?

Bundeswehr:
Ich arbeite mit ungefähr 30 weiteren Menschen zusammen. Es gibt Einheiten, welche aus 200 Leuten bestehen oder auch nur aus 20 bis 30, das ist immer unterschiedlich.  

Reporter:
Fallen dir ein paar interessante Informationen über die Bundeswehr ein, die man als Außenstehender so noch nicht weiß?

Bundeswehr:  
Es gibt bei der Bundeswehr verschiedene Berufszweige. Man kann zum Beispiel die Offizierslaufbahn einschlagen, welcher oft ein Studium zugrunde liegt, welches man dann auch über die Bundeswehr macht. Des Weiteren kann man die Feldwebellaufbahn einschlagen, in der man eine ganz normale Berufsausbildung absolviert oder mit einer im Zivilen absolvierten Ausbildung in die Bundeswehr eintritt. Man kann aber auch einfach die Laufbahn der Mannschaften wählen, für die man zuerst einmal keine Qualifikationen benötigt. 

Reporter:
Hat dich die Zeit bei der Bundeswehr aus persönlicher Sicht verändert?

Bundeswehr:
Die Zeit bei der Bundeswehr hat mich definitiv beeinflusst und auch etwas verändert. Ich bin um einiges disziplinierter geworden, zum Beispiel was die Sauberkeit in der Wohnung/Zimmer angeht und auch bezogen auf meine Pünktlichkeit, welche vorher so nicht vorhanden war. Ich bin viel selbstständiger geworden und habe gelernt unabhängig zu sein. Aber das wichtigste ist wohl, dass ich gelernt habe niemals aufzugeben und dass fast alles nur Kopfsache ist. Wenn man sich sein Ziel immer vor Augen hält und sich gegenseitig hilft, kann man alles schaffen! 
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Für die meisten heißt ein Beruf bei der Bundeswehr, gleich Soldat werden und in den Krieg gehen, aber die Bundeswehr bietet um einiges mehr Berufsfelder als nur die des Soldaten.
Mit mehr als 1000 verschiedenen Berufen, bildet die Bundeswehr eine weite variation an Möglichkeiten. Von IT zu Pflege und Medizin, vom Beruf des Soldaten und Schusswaffenexperten zu Chemikern und Logistikern, vom Pilot zum Mediengestalter und Fotografen, wird eine Vielzahl von verschiedenen Berufsfeldern angeboten. Weiterbildungsmöglichkeiten werden auch Menschen mit allen Abschlussarten geboten. Neben Ausbildungen werden auch einige Studienmöglichkeiten geboten. Derzeit arbeiten mehr als 250.00 Menschen bei der Bundeswehr. 
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